Häufig gestellte Fragen | Wie lange dauert es, bis mein Kind zum ersten Mal in die Praxis kommen kann? Eigentlich immer viel zu lange.
Leider haben wir, wie alle kinder- und jugendpsychiatrischen Praxen, eine lange Wartezeit von mehreren Monaten. Wir bemühen uns, besonders dringende Fälle zu erkennen und diese auf frei werdende Termine vorzuziehen - dies gelingt aber nicht immer und bleibt eine Ausnahme. Tatsächliche Notfälle, bei denen offensichtlich eine Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt, erhalten in der Regel einen recht schnellen Termin, oder es erfolgt der Verweis an die zuständige Klinik.
Was Sie tun können: Schildern Sie bei der telefonischen Anmeldung Ihre Situation möglichst präzise. Fragen Sie auch ruhig bei anderen Praxen nach den dortigen Wartezeiten. Vergessen Sie bitte nicht, Termine abzusagen, wenn Sie einen schnellen Termin anderswo bekommen haben! Nutzen Sie die Zeit bis zum ersten Termin, um zum Beispiel bei der Erziehungsberatungsstelle oder beim Jugendamt um Unterstützung zu bitten.
| Wie ist die Terminvergabe organisiert? Wir führen eine Terminpraxis.
Das bedeutet, dass zum vereinbarten Zeitpunkt eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter Zeit für Sie haben wird. Die Wartezeiten lassen sich damit sehr kurz halten. Damit dieses System funktioniert, sind wir auf Ihr pünktliches Erscheinen angewiesen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn Sie wegen dringender Zwischenfälle in seltenen Einzelfällen einmal mehr als 10 Minuten warten müssen und nehmen sich in der Wartezeit einen Tee oder einen Kaffee.
Denken Sie bitte auch daran, dass jeder Termin, der ohne rechtzeitige Absage nicht wahrgenommen wird, nicht von anderen Familien genutzt werden kann und sagen Sie darum gegebenenfalls unbedingt rechtzeitig ab.
| Wie kann ich vereinbarte Termine rechtzeitig absagen? Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Sie haben die Möglichkeit, uns zu den Telefonzeiten unter der Nummer 0431 - 220 88 80 anzurufen. Außerhalb dieser Zeit ist ein Anrufbeantworter geschaltet, der nur zum Absagen bereits vereinbarten Terminen genutzt werden soll. Sie können auch ein Fax unter der Nummer 0431 - 220 88 89 oder eine SMS unter der Nummer 0431 220 88 828 schicken. Unter der Mailadresse kontakt@praxis-puls.de können Sie eine E-Mail senden. Termine, die innerhalb der letzten 24 Stunden abgesagt werden, müssten triftig und nachweisbar begründet werden. Dies kann zum Beispiel durch ein ärztliches Attest über eine akute Erkrankung geschehen. Für Termine die nicht, nicht rechtzeitig oder ohne Angabe von triftigen Gründen versäumt wurden, müssen wir Ihnen ein Ausfallhonorar von bis zu 50,00 € persönlich in Rechnung stellen.
| Warum muss mein Kind beim ersten Termin dabei sein? Weil der persönliche Eindruck vom Kind wichtig für alle weiteren Schritte ist.
Viele Eltern möchten nicht alle Probleme vor dem Kind besprechen. Das ist richtig - manche Dinge sind nur für Erwachsene bestimmt. Es gibt darum auch immer die Möglichkeit, im Rahmen des ersten Gespräches alleine mit Dr. Puls zu sprechen. Dennoch ist es für eine gute Einschätzung der Situation und für eine sinnvolle Planung des weiteren Vorgehens notwendig, dass zumindest ein erster Eindruck im persönlichen Kontakt entsteht. Ihr Kind sollte aus dem gleichen Grund übrigens auch zu allen späteren Arztgesprächen mitkommen, wenn es nicht ausdrücklich anders vereinbart wurde.
| Warum sollen die Schulzeugnisse in Kopie mitgebracht werden? Weil Sie nicht nur bei schulischen Problemen eine wichtige Informationsquelle sind.
Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit zu verstehen, wie Ihr Kind im Bereich der Schule wahrgenommen wird - auch wenn es nicht vorrangig um schulische Leistungs- oder Verhaltensprobleme geht. Da die Durchsicht der Zeugnisse Zeit erfordert, sollten Sie Kopien aller Zeugnisse zum ersten Gespräch mitnehmen - notfalls können die Kopien auch gegen eine Gebühr in unserer Praxis angefertigt werden.
| Was passiert eigentlich genau in den Untersuchungen? Das ist nicht einfach zu beantworten.
In unserer Praxis verfügen wir über sehr viele verschiedene Untersuchungsverfahren. Die wichtigsten Gruppen werden hier kurz erläutert:
Intelligenzteste werden je nach Alter und bekannten Fähigkeiten oder Schwierigkeiten eines Kindes in sehr unterschiedlichen Varianten durchgeführt, die zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden dauern können. Dabei werden dem Kind Aufgaben in verschiedensten Bereichen (den Untertests) gestellt, die immer schwerer werden. An einem bestimmten Punkt wird ein Untertest abgebrochen und mit dem nächsten begonnen. Es macht übrigens keinen Sinn, für einen Intelligenztest zu lernen, weil es meist um Fähigkeiten und nicht um erworbenes Wissen geht.
Neuropsychologische Testverfahren werden am Computer durchgeführt. Dabei werden zum Beispiel Konzentration und Ausdauer, aber auch Lese- und Rechtschreibfertigkeiten überprüft.
Entwicklungstests erfassen den Entwicklungsstand eines Kindes, zum Beispiel im bereich der Fein- und Grobmotorik, der sozialen Fähigkeiten, der Sprache oder der visuellen Wahrnehmung.
Fragebögen sollen uns helfen, die Sicht verschiedener Beteiligter auf ein bestimmtes Problem zu erfassen und zu vergleichen. Darum sind die bei uns verwendeten Fragebögen normiert, das heißt, dass man einen Vergleich dazu ziehen kann, wie andere Kinder oder Eltern ein Problem sehen. So beschreibt ein Kind vielleicht überdurchschnittlich viele Schwierigkeiten in einem bestimmten Bereich, oder eine Lehrkraft nimmt ein Kind als ganz durchschnittlich problematisch bezogen auf ein bestimmtes Verhalten wahr. Die Sichtweisen zum Beispiel der Mutter und des Vaters können sich dabei durchaus unterscheiden - es geht ja um persönliche Wahrnehmungen.
Projektive Verfahren führen, anders als die vorher beschriebenen Untersuchungen, nicht zu bestimmten Werten, die als besser oder schlechter interpretiert werden können. Es geht vor allem darum sich einen Eindruck vom Denken und Fühlen eines Kindes zu verschaffen und dessen eigene Sicht auf ein bestimmtes Problem zu erahnen. Kinder können eine solche eigene Sichtweise vielleicht noch gar nicht selbst wahrnehmen oder formulieren, oder sie äußern sie aus den verschiedensten Gründen nicht. Mit projektiven Verfahren wird versucht, diese Schwierigkeiten zu umgehen. Allerdings sind die projektiven Untersuchungsmethoden selbst auf Vermutungen angewiesen, sie können darum nichts beweisen und sind nur ein Instrument, um zu Eindrücken zu gelangen.
| Kann ich bei der Untersuchung meines Kindes dabei sein? Nein, in den meisten Situationen nicht.
Zum einen gibt es in vielen Untersuchungen nichts, was Sie dabei tatsächlich beobachten könnten, ohne das Kind und die Testleiterin bei ihrer Tätigkeit zu stören und zu irritieren. Dies gilt zum Beispiel für Intelligenztests und Fragebogenverfahren. Zum anderen können sich Situationen ergeben, in denen das Kind sein Verhalten wegen der Anwesenheit eines Elternteils plötzlich ändert, etwa, weil es sich beobachtet fühlt - das könnte die Ergebnisse der Familiendiagnostik beeinflussen. Schließlich kommt es oft vor, dass Kinder sich unsicher sind und dann versuchen, Hilfe von den Eltern zu bekommen, was aber zum Beispiel bei einem Intelligenztest nicht erlaubt ist. Aus den genannten Gründen werden die Mitarbeiterinnen die Eltern nur zur Untersuchung hinzubitten, wenn dies zur Durchführung der Untersuchung vorgeschrieben oder sinnvoll ist.
| Teilen mir die Mitarbeiter die Ergebnisse der Untersuchungen sofort mit? Nein.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Ihnen gerne erzählen, ob das Kind mitgearbeitet hat, ob es Angst hatte, ob die Untersuchung abgeschlossen werden konnte oder ähnliches. Einzelne Untersuchungsergebnisse werden Ihnen aber nicht mitgeteilt werden.
Zum Hintergrund: Viele Testverfahren müssen, nachdem das Kind den Raum verlassen hat, noch ausgewertet werden. Diese Arbeit findet erst später statt, so dass die Testleiterin, wenn Sie das Kind in den Wartebereich zurückbringt, gar keine genauen Angaben machen kann. Ein weiterer Grund: Wir bemühen uns um eine ganzheitliche Sichtweise. Erst die Zusammenschau aller Untersuchungsergebnisse bringt uns wirklich weiter. Ein einzelnes Ergebnis wird erst im Abschlussgespräch gemeinsam mit allen anderen Ergebnissen wirklich wertvoll. Darum werden die Untersuchungen erst dann erläutert und zusammengefasst.
| Welchen Nutzen bringen die verwendeten Fragebögen? Sie helfen, die Problematik aus der Sicht von mehreren Menschen genau zu erfassen.
Natürlich wissen wir, dass die Beantwortung der Fragebögen oft mühsam ist und viel Zeit in Anspruch nimmt. Manchmal haben Sie vielleicht auch den Eindruck, dass bestimmte Fragen sich wiederholen. Dennoch sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil einer guten Untersuchung, weil ein mündlicher oder schriftlicher Bericht viele Kleinigkeiten oft nicht erwähnt oder wichtige Punkte übergeht, da ihre Bedeutung für die psychischen Probleme eines Kindes nicht bekannt ist. Fragebögen helfen, hier umfassend, präzise und letztlich auch zeitsparend Informationen zu sammeln. Sie helfen so, eine Diagnose sicherer und schneller zu stellen. Bitte helfen Sie mit, indem Sie wirklich alle Fragen beantworten und sich an die jeweiligen Arbeitsanweisungen halten. Bitten Sie auch die Lehrer und Lehrerinnen, diese zeitraubende Aufgabe im Interesse Ihres Kindes zu erfüllen.
| Wie lange dauert es, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind? Meist etwa drei Monate.
Für die einzelnen Untersuchungen sind verschiedene Mitarbeiter unserer Praxis verantwortlich. Die Termine müssen innerhalb der Praxis aufeinander abgestimmt werden, außerdem werden natürlich auch Ihre Interessen berücksichtigt. Schließlich müssen wir damit rechnen, dass Fragebögen von Lehrern und Erziehern nicht immer sofort ausgefüllt werden können und die Anforderung von Fremdbefunden Zeit braucht. Aus den genannten Gründen ist es leider meist nicht möglich, innerhalb kürzerer Zeit zu einem vollständigen Untersuchungsergebnis zu kommen.
| Wird mein Kind psychotherapeutisch behandelt werden? Wenn es notwendig ist ja, aber nicht immer in unserer Praxis.
Wir bieten nur wenige Plätze für Einzeltherapien an. Sehr viel mehr Angebote machen wir im Gruppenbereich. Schließlich ist es möglich, einige Termine im Sinne einer Beratung zu vereinbaren, die jedoch mit einer Psychotherapie nicht verwechselt werden sollte.
Wichtig zu wissen ist, dass eine Psychotherapie nicht immer die Methode der Wahl ist, um ein bestimmtes Problem zu lösen. Außerdem ist eine Therapie gegen den Willen des Kindes meist nicht sinnvoll. Weil aber immer noch sehr viele Kinder und Jugendliche psychotherapeutische Hilfe benötigen, muss mit Wartezeiten gerechnet werden. Wir bemühen uns, Ihnen geeignete Ansprechpartner zu nennen und in dringenden Fällen mit Ihrem Einverständnis auch einen Kontakt herzustellen.
| Bekommen die Eltern die Arztbriefe in Kopie? Nein.
Als Eltern bekommen Sie nach Abschluss aller Untersuchungen ein einseitiges Schreiben, in dem die Diagnosen Ihres Kindes genannt werden. Genaue Untersuchungsergebnisse werden in diesem Schreiben nicht mitgeteilt. Es wird darauf hingewiesen, dass die Arztbriefe mit dem Einverständnis der sorgeberechtigten Eltern gerne an weiterbehandelnde Fachleute geschickt werden können, insbesondere an ärztliche und psychologische Kollegen und Kolleginnen. Dieses Schreiben können Sie überall vorlegen, wo Sie es für sinnvoll erachten. Informieren Sie uns bitte, wenn wir zusätzlich eine spezielle und kostenpflichtige Stellungnahme zum Beispiel zur Vorlage beim Jugendamt, in der Schule oder anderswo anfertigen sollen.
Zum Hintergrund: Als Eltern haben Sie Interesse daran, alle Untersuchungsergebnisse zu erfahren und zu verstehen. Dafür nehmen wir uns im Abschlussgespräch Zeit. Der Arztbrief ist von Fachleuten für Fachleute geschrieben. Das Problem liegt darin, dass in ihm zwar alle Informationen enthalten sind, sie aber nicht allgemein verständlich erläutert werden. Die meisten Eltern haben von dem ausführlichen Abschlussgespräch mehr als von der Menge an Fachlatein und Statistik, die sich im Arztbrief ansammelt. Ein weiterer Grund: Weil die Arztbriefe so schwer verständlich sind, sind sie zur Weitergabe an andere Stellen nicht immer geeignet - und sie enthalten teilweise auch Informationen, die nicht jeden etwas angehen.
| Warum sollen zu Beratungsgesprächen Eltern und Kind gemeinsam kommen? Weil wichtige Entscheidungen gemeinsam gefällt werden müssen.
Natürlich gibt es vieles, was nur unter Erwachsenen besprochen werde sollte. Dann können die Kinder gerne im Wartebereich spielen. Und auch Jugendliche möchten gerne einmal ohne ihre Eltern reden. Oft kommt es dann aber dazu, dass eine Entscheidung ansteht, die nur gemeinsam getroffen werden kann. Darum sollen zu Beratungsgesprächen immer sowohl Eltern wie auch Kinder kommen.
| Welche Gebühren muss ich für Stellungnahmen bezahlen? Ganz einfach: 5.- € Grundgebühr und 5.- € für jede Seite, meist 10-20 €.
Die Krankenkassen kommen für die Kosten der Arztbriefe auf, nicht jedoch für alle weiteren Stellungnahmen, die in unserer Praxis gesondert erstellt werden. Den anfallenden Arbeitsaufwand stellen wir Ihnen in Rechnung. Sprechen Sie uns an, wenn Sie sich nicht in der Lage sehen, die Kosten zu tragen.
| Wo bekomme ich weitere Hilfe, weitere Adressen? Natürlich können wir nicht alle Hilfen anbieten, die für ein Kind eigentlich sinnvoll sind. Im Gespräch werden Sie auf andere Ärzte, Therapeuten und Institutionen hingewiesen, wenn diese Hilfe schneller oder besser anbieten können. Unabhängig davon können Sie sich zum Beispiel auf der Homepage der Praxis über weitere Hilfen informieren.
| Haben Sie weitere Fragen? Sprechen Sie uns an. Nennen Sie uns auch gerne Fragen, die Sie an dieser Stelle gerne beantwortet bekommen hätten.
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